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Chronik Firma Friebe GesmbH

Am 8. Mai 1883 meldete Adolf Friebe das freie Mechanikergewerbe beim Stadtrat zu Graz an, der am gleichen Tag noch den Gewerbeschein ausstellte. Standort war damals die Elisabethinergasse 22.

Am 17. Februar 1886 erwarb Adolf Friebe mit seinem Vater Ernest das Nähmaschinengeschäft Tetek in der Sporgasse 21. Seit diesem Zeitpunkt ist der Firmensitz auch hier.

Am 30. Juni 1893 erfolgte die Anmeldung zum "fabriksmäßigen Betriebe des Mechanikergewerbes". Prompt folgte am 27. August 1893 die Aufforderung des Stadtrates, eine "Fabriksordnung" vorzulegen. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Betrieb bereits im Haus Dominikanerriegel 19 mit Niederlassung in der Sporgasse 21.

1894 wurde der Sohn Ferdinand geboren, der lange Zeit - zuerst mit der Mutter und dann mit dem Bruder Hans - die Firmengeschicke leitete.

Am 13. April 1904 wurde der Gewerbestandort vom Dominikanerriegel in die Rettenbachergasse 25 verlegt. Hier stellte das Stadtbauamt fest, dass Adolf Friebe einen ebenerdigen, gewölbten Raum als Werkstättenraum für Fahrradreparaturen verwendete. Weitere 3 gewölbte Räume des Hauptgebäudes und eine Reihe von Hütten dienten als Magazine und Geräteräume.

Am 27. Februar 1905 wurde Adolf Friebe hier die Bewilligung erteilt, in einem Raum 300 Liter Benzin zu lagern. Der diesbezügliche Bescheid umfasst mehrere handschriftlich festgelegte Vorschriften hinsichtlich Brandschutz. Interessanterweise gleichen diese den heutigen Bestimmungen sehr.

Am 14. August 1907 stellte Adolf Friebe ein Konzessionsansuchen über das "Gewerbe der Installation von elektrischen Betriebsanlagen mit dem Anschlusse von Hochspannungsanlagen".

Am 15. November 1908 wurde ihm daraufhin mitgeteilt, dass die Konzession nach Vorlage eines Befähigungszeugnisses einer Technischen Hochschule erteilt werden könne. Professor Wendelin von der Bergakademie Leoben erklärte sich dankenswerterweise bereit, Adolf Friebe einer diesbezüglichen Prüfung zu unterziehen.

Am 5. Juli 1909 teilte jedoch die Genossenschaft der vereinten Mechaniker, Büchsenmacher, Optiker, Elektrotechniker, Maschinen- und Mühlenbaus in Graz mit, dass sie bezüglich der Fähigkeiten des Herrn Adolf Friebe "nicht compentend" sei. Gleichzeitig wiesen sie darauf hin, dass bezeichnetes Gewerbe hier schon mehr als zuviel vertreten sei. Es folgten Unterschriften von 9 (!) einschlägigen Unternehmungen.

Endlich - am 4. August 1909 - erteilte der k.u.k. Stadthalter die Konzession für die gewerbemäßig betriebene Herstellung von Anlagen bis 10 Kilowatt und einer Betriebsspannung von höchstens 600 Volt bei Gleichstrom oder 300 Volt bei Wechselstrom mit dem Standort in der Sporgasse 21.

Es kamen im Laufe der folgenden Jahre schwere Zeiten auf die Firma zu.

Am 29. August 1914 starb der Firmengründer Adolf Friebe und hinterließ neben der Witwe Johanna auch die drei Kinder Ferdinand, Wilhelm und Hans.
Der Betrieb musste nun als Witwenbetrieb weitergeführt werden, denn Ferdinand Friebe war ja freiwillig in den Krieg gezogen. Er kam erst 1918 wieder zurück, machte die Gesellenprüfung und legte später die Meisterprüfung ab. Somit konnte er seiner Mutter helfen. Auf die Fortsetzung seines begonnenen Hochschulstudiums musste er verzichten.

Hans Friebe trat nach der Ablegung seiner Reifeprüfung an der heutigen Höheren Technischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt Graz-Gösting im Jahre 1931 in die Firma ein. Nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung für das Radiomechanikergewerbe konnte die Firma nun auch auf diesem Gebiet tätig werden.

1939 musste Ferdinand Friebe wiederum in den Krieg.

1943 starb die Firmenchefin Johanna Friebe und der kriegsdienstverpflichtete Ing. Hans Friebe musste die Firma alleine leiten.

1945 kam das Unternehmen unter öffentliche Verwaltung und wurde erst am 27. Jänner 1947 wieder davon befreit.

Die beiden Firmenchefs Ferdinand und Ing. Hans Friebe standen damals vor leeren Kassen und Magazinen. Mit ÖS 150,00 pro Person - nach der Währungsreform - gelang der Aufstieg zum heutigen Wohlstand, der nur durch Fleiß und Sparsamkeit erreicht werden konnte.

Nachdem am 31.12.1977 Ing. Hans Friebe die Geschäftsführung niederlegte, übernahm am 1. Jänner 1978 sein Sohn Dipl. Ing. Walter Friebe diese.

Am 3. September 1979 folgte die jüngste Friebe-Tochter, Gerda Korp, als Geschäftsführerin für den Handel, heute leitet sie das gesamte Unternehmen.

Am 3. September 2002 erfolgte der Einstieg der ältesten Korp-Tochter, Mag. Christine Korp, als Assistentin der Geschäftsführung.

Nach diesen 122 Jahren steht das Unternehmen Friebe immer noch im Herzen der Grazer Altstadt. Nicht viele Unternehmen können auf eine so lange Geschichte zurückblicken, wurde doch die Zeit immer schnelllebiger und Geschäfte öffnen und schließen innerhalb kürzester Zeit. Diese Fluktuation ist leider auch in der Sporgasse stark zu sehen.

Wurden früher Fahrräder und Radios repariert, so gliedert sich das Unternehmen heute in die folgenden drei Teilbereiche:

  • Elektroinstallationen Friebe GesmbH
  • Musikfachgeschäft Friebe - The World of Great Music
  • Elektro-Plan Friebe& Korp GesmbH (1992 als Elektro-Plan Friebe OEG ausgegliedert, 1998 umgewandelt in Friebe&Korp GesmbH).